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BK-Markt - neues Projekt am IKK startete im April 2021

BK-Markt - neues Projekt am IKK startete im April 2021

© IKK 2021
Projektstruktur BK-Markt

Rohstoffströme, Kreislaufwirtschaft, CO2-Fixierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Zukunftsstrategien biobasierter Kunststoffe für Deutschland werden entwickelt und analysiert.

BK-Markt steht für „Analyse zum Rohstoff-, Technologie- und Nachhaltigkeitspotenzial biobasierter Kunststoffe 2020 und 2030 für Deutschland“ und das Projekt wird mit einer Laufzeit von drei Jahren durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Untersucht wird vom IKK – Institut für Kunststoff- und Kreislaufwirtschaft an der Leibniz Universität Hannover der deutsche Markt biobasierter Kunststoffe, um auszuloten, welche nachwachsenden Rohstoffe und biobasierten Zwischenprodukte zukünftig verfügbar sein werden, wie geschlossene Stoffströme für nachwachsende Rohstoffe maximiert und auf nationaler Ebene nachhaltig realisierbar sind.

Heute beziehen wir unsere biobasierten Kunststoffgranulate zum größten Teil aus Asien und Südamerika. Sie werden auf Flächen angebaut, von denen sich nur selten sagen lässt, ob und inwieweit Nachhaltigkeitskriterien bei der Bewirtschaftung berücksichtigt werden. Gleiches gilt für soziale Fragen. Auch hier wissen wir nur wenig über die Hintergründe, wie beispielsweise die Arbeitsverhältnisse und auch –bedingungen. Warum also nicht die biobasierten Kunststoffe, die in Deutschland verarbeitet werden, auch hier erzeugen? Angefangen beim Anbau der nötigen Rohstoffe für den Kunststoff, bis hin zu seinem Einsatz in einem Produkt und dessen Lebenszyklusende.

Gemeinsam mit dem narocon Innovation Consulting Harald Käb wird das IKK zunächst die Mengen biobasierter Kunststoffe sowie deren Mengenströme an nachwachsenden Rohstoffen erfassen. Parallel werden aber auch Technologiepfade betrachtet, die momentan nur wenig oder gar nicht zur Herstellung von biobasierten Chemikalien oder Kunststoffen genutzt werden. Im zweiten Schritt wird eine Potenzialanalyse für 2030 erstellt, um den Markt für Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen genauer vorhersagen zu können. In die Bewertung der Zukunftsszenarien werden Akteure des Agrarsektors, der Rohstoffe veredelnden, chemischen Industrie und der Kunststoffe herstellenden und verarbeitenden Industrie sowie der Politik mit eingebunden. Die gewonnenen Ergebnisse müssen transferiert und Partnerschaften der beteiligten Akteure müssen initiiert werden.

Im letzten Projektabschnitt stehen Nachhaltigkeitsbewertungen für die Materialien und deren Lebenszyklus einschließlich der Rohstofferzeugung und einer Kaskadennutzung sowie einer langfristigen CO2-Fixierung im Fokus: Eine weitere Fragestellung ist in diesem Kontext auch, was am Ende ein nachhaltiges Produkt ausmacht und wie ein wirklich nachhaltiges Produkt mit hohem biobasieren Anteilen gestaltet werden muss, um eine maximale Emissionsminderung zu erzielen. Dabei werden sowohl die Wirkungen der Rohstoffherkünfte, Konversionstechnologien, Produktsegmente als auch End-of-Life Optionen betrachtet.

Was aktuell vom Bundesverfassungsgericht entschieden wurde, ist am IKK der Leibniz Universität einer der wesentlichen Forschungstreiber: Klimaschutz. Mit dem Urteil des Gerichts, dass die Klimakrise einige unserer Grundrechte bedroht, wird das IKK auch mit diesem Projekt in seiner Ausrichtung bestärkt.

Weitere Informationen
https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=2220NR274X

 

Ansprechpartner zum Projekt
IKK – Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik
Nuse Lack
Mail: lack@ikk.uni-hannover.de
Telefon: +49-511-762-13327