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Profil des IKK

Zahlreiche Kunststoffprodukte begleiten uns bewusst oder unbewusst in unserem Alltag: Zahnbürsten, Kleidung, Smartphones oder Computer, Haushalts- und Sportgeräte, Möbel oder im Auto. Dort werden Kunststoffe wegen ihrer ausgezeichneten Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften eingesetzt. Viele Industriebereiche, wie der Baubereich, die Medizin oder der gesamten Freizeit-, Transport- und Verpackungsbereich wären ohne Kunststoffe undenkbar. Ebenso die Megatrends, wie Leichtbau, Kommunikation, E-Mobilität wären ohne die vielfältigen Kunststoffe nicht möglich.

Porfessor Dr.-Ing. Hans-Josef Endres, Leiter des Instituts für Kunststoff- und Kreislauftechnik

Das Wirtschafsystem der Kunststoffindustrie stellt jedoch in vielen Bereichen bisher ein Modell der Linearwirtschaft dar. Dabei werden vorrangig die Gebrauchs- und Verarbeitungseigenschaften optimiert, völlig unabhängig von der „End-of-Life Situation“. Es wird zunehmend bewusst, dass die vielen vorteilhaften Eigenschaften in der Gebrauchsphase gleichzeitig mit einigen Herausforderungen bei der Wiederverwertung der Kunststoffe verbunden sind. Das Verpackungsgesetz war ein vielversprechender Ansatz die Produzenten oder sogenannte „in Verkehr Bringer“ von Verpackungen gleichzeitig auch für deren Entsorgung und Wiederverwertung verantwortlich zu machen. Mit den Dualen Systemen, wie dem Grünen Punkt, wurden die Verpackungshersteller von ihrer direkten Verwertungsverantwortung entbunden und dadurch wurde gleichzeitig das Design einer Verpackung wieder von deren Wiederverwertbarkeit entkoppelt.

  • Kreislauftechnik

    Das steigende Umweltbewusstsein fordert die konsequentere Einführung der Kreislaufwirtschaft. Dieser Ansatz stellt ein regeneratives System dar, wo die Kunststoffabfälle, welche nach der Produktion (post-production) sowie nach der Nutzungsdauer der Produkte (post-consumer) entstehen, möglichst effektiv verwertet und weiter genutzt werden können. Die wirtschaftliche und ökologische Basis für ein post-consumer Recycling sind Produkte und Materialien, bei den bereits bei der Entwicklung und dem Design auch die spätere Recyclingfähigkeit deutlich stärker mitberücksichtigt wird (Design for Recycling) ebenso wie ein Material- und Produktdesign, das den Einsatz von Rezyklaten erlaubt (Design for Recyclates).

    Der weitere Ausbau und die Etablierung einer umfassenden Recyclingwirtschaft im Kunststoffbereich erfordert auf technischer Seite die zuverlässige Bereitstellung hochwertiger und standardisierter Qualitäten der Rezyklate. Dabei müssen die Strategien zur effektiveren Verwertung von Kunststoffen insbesondere im Hinblick auf chemische Zusammensetzungen, mechanische, thermische, rheologische, optische und olfaktorische Eigenschaften sowie ökologische und sozioökonomische Faktoren entwickelt werden.

  • Forschungsschwerpunkte

    Das Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik IKK unterstützt daher die Industrie bei der Erarbeitung von produktspezifischen Verwertungsstrategien, praktischen Durchführung und Optimierung von Recyclingprozessen, Materialentwicklungen sowie der Nachhaltigkeitsbewertung. Dabei werden der gesamte Lebenszyklus von Kunststoffprodukten, d.h. Materialentwicklungen, Prozessoptimierung sowie Erarbeitung und praktische Untersuchung nachhaltiger effizienter Recyclings-Ansätze betrachtet. Eine umfangreiche zerstörende und zerstörungsfreie Werkstoffprüfung sowie chemische Analytik begleiten den gesamten Entwicklungsprozess.